Angst vor La Fenice 2.0: Brand im Priesterseminar
31. August 2010
Ein Brand im Dachstuhl hat in der Nacht vom 29. auf den 30. August das derzeit in Restaurierung befindliche Seminar des Patriarchen beschädigt und zwangsläufig Erinnerungen an das verheerende Feuer wach werden lassen, dem 1996 das Theater La Fenice zum Opfer fiel. Glücklicherweise konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden, bevor er an die angrenzende Kirche Santa Maria della Salute übergreifen konnte, die eine hölzerne, bleigedeckte Kuppel besitzt. Das Ölgemälde David und Goliath des berühmten Renaissancemalers Tizian an der Decke der Sakristei wurde leider durch Löschwasser erheblich beschädigt. Zur Brandursache ist noch nichts bekannt.
Die Zeitung Il Gazzettino publizierte mehrere Videos zum Brand.
Giorgio Orsoni neuer Bürgermeister
30. März 2010
Im ersten Wahlgang wurde der Anwalt und Universitätsprofessor Giorgio Orsoni zum neuen Bürgermeister von Großvenedig gewählt. Er setzte sich mit 51% gegen seinen Widersacher, den Staatsminister Renato Brunetta durch. Dabei zeigt sich umso mehr, daß Bürgermeisterwahlen stets Personenwahlen sind, denn auf regionaler Ebene wurde der Kandidat der rechtsgerichteten Lega Nord ebenso klar als Präsident der Region Veneto und Nachfolger von Giancarlo Galan ins Amt gehoben. In der Farbsprache der Parteien ausgedrückt: Venedig bleibt eine “rote” Insel inmitten der “weiß-grünen” Region. Prompt machte der unterlegene Brunetta die mangelnde Loyalität von Lega-Anhängern für die Niederlage mitverantwortlich, was von der Lega prompt zurückgewiesen wurde; vielmehr sei wohl, was auch wahrscheinlich ist, die Weigerung des Ministers, sein Amt im Rom zugunsten Venedigs aufzugeben, ausschlaggebend gewesen.
Orsoni war es bislang gelungen, ein breites Mitte-Links-Bündnis, das von den Kommunisten bis hin zur UDC reicht – ob es, sobald die Verteilungskämpfe beginnen, auch die gesamte Legislaturperiode durchhalten wird, bleibt abzuwarten. Zum Leidwesen vieler Venezianer hat sich Orsoni bereits klar zum Bau der “sublagunare” bekannt, einer U-Bahn, die vom Flughafen über Murano bis hin zum Lido führen soll.
Schnee in Venedig
10. März 2010
Nach dem eiskalten Borasturm, der ein Menschenleben kostete, heute ab sechs Uhr morgens schweres Schneegestöber:
Kleiner Mann – ganz groß
3. Februar 2010
Die Bürgermeisterwahlen Ende März werfen ihre Schatten voraus. Nachdem die bürgerliche Rechte bereits vor Wochen den Staatsminister für öffentliche Verwaltung Renato Brunetta für das Rennen aufgestellt hatte, zog am letzten Januartag die Linke nach. In einer Vorwahl setzte sich der Anwalt Giorgio Orsoni gegen den grün angehauchten Philosophen Gianfranco Bettin und die Linksaußen Laura Fincato durch. Nach Jahren der Mißwirtschaft des Massimo Cacciari, der nach seinem von vielen herbeigesehnten Ausscheiden in Mailand lehren möchte, wird es aber selbst für den sehr gemäßigten Linken Orsoni schwierig werden, denn die Stimmung ist gekippt. Und Brunetta, der gern wegen seiner Kleinwüchsigkeit gehänselt wird (auch dieser Blog konnte nicht widerstehen), legt vor: 40.000 neue Arbeitsplätze will er schaffen, ohne zu verraten wie und woher, Investitionen in Milliardenhöhe nach Venedig locken, das unselige U-Bahn-Projekt realisieren, die Chemie in Marghera endgültig schließen, und, zu guter letzt, das Das Rathaus in den Dogenpalast umziehen, wo der Stadtrat in der Sala del Maggior Consiglio tagen soll. Eine gern genutzte Angriffsfläche Brunettas ist dessen Vorhaben, gleichzeitig Minister zu bleiben und sein Groß-Venedig am Wochenende zu regieren. Das Rennen bleibt spannend …
Tridentinische Messen in San Salvador
19. Januar 2010
Die Renaissancekirche San Salvador entwickelt langsam zu einem Zentrum hervorragender katholischer Kultur. Nicht nur wird die neue Orgel regemäßig für Vespern genutzt, sondern es werden auch, wenn auch in unregelmäßigen Abständen und zu unchristlichen Zeiten, tridentinische Messen angeboten. Immerhin sind seit dem “Motu proprio” Benedikts XVI. bald drei Jahre vergangen, aber das Ziel des Papstes, die alte, de facto nie abgeschaffte Messe des Konzils von Trient aus den konservativen Ghetti herauszuholen, scheint nur sehr langsam erreicht zu werden. Die Angebote sind begrenzt, insbesondere in Diözesen wie Venedig, die von sogenannten “Progressisti” geleitet werden, die zwar offen für alles sind, nur nicht für die eigene Tradition.




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