Kleiner Mann – ganz groß

3. Februar 2010

Die Bürgermeisterwahlen Ende März werfen ihre Schatten voraus. Nachdem die bürgerliche Rechte bereits vor Wochen den Staatsminister für öffentliche Verwaltung Renato Brunetta für das Rennen aufgestellt hatte, zog am letzten Januartag die Linke nach. In einer Vorwahl setzte sich der Anwalt Giorgio Orsoni gegen den grün angehauchten Philosophen Gianfranco Bettin und die Linksaußen Laura Fincato durch. Nach Jahren der Mißwirtschaft des Massimo Cacciari, der nach seinem von vielen herbeigesehnten Ausscheiden in Mailand lehren möchte, wird es aber selbst für den sehr gemäßigten Linken Orsoni schwierig werden, denn die Stimmung ist gekippt. Und Brunetta, der gern wegen seiner Kleinwüchsigkeit gehänselt wird (auch dieser Blog konnte nicht widerstehen), legt vor: 40.000 neue Arbeitsplätze will er schaffen, ohne zu verraten wie und woher, Investitionen in Milliardenhöhe nach Venedig locken, das unselige U-Bahn-Projekt realisieren, die Chemie in Marghera endgültig schließen, und, zu guter letzt, das Das Rathaus in den Dogenpalast umziehen, wo der Stadtrat in der Sala del Maggior Consiglio tagen soll. Eine gern genutzte Angriffsfläche Brunettas ist dessen Vorhaben, gleichzeitig Minister zu bleiben und sein Groß-Venedig am Wochenende zu regieren. Das Rennen bleibt spannend …

1 Kommentar to “Kleiner Mann – ganz groß”

  1. dsc. meint:

    Was soll das mit diesem Umzug des Stadtparlaments in den Dogenpalast?!? Während Liegenschaften, wie Punta della Dogana, die tatsächlich leicht vielfältig nutzbar wären, zum Museum werden, überlegt man sich nun typische Denkmäler mit solchen Nutzungen zu belasten… Doch wer mit U-Bahn und Chemie-Schliessung einen so langen Wunschzettel hat, wird vermutlich kaum etwas davon tatsächlich realisieren. Also wohl weiterhin nichts Neues am Rialto, auch bei einem Rechtsrutsch.

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