Giorgio Orsoni neuer Bürgermeister
30. März 2010
Im ersten Wahlgang wurde der Anwalt und Universitätsprofessor Giorgio Orsoni zum neuen Bürgermeister von Großvenedig gewählt. Er setzte sich mit 51% gegen seinen Widersacher, den Staatsminister Renato Brunetta durch. Dabei zeigt sich umso mehr, daß Bürgermeisterwahlen stets Personenwahlen sind, denn auf regionaler Ebene wurde der Kandidat der rechtsgerichteten Lega Nord ebenso klar als Präsident der Region Veneto und Nachfolger von Giancarlo Galan ins Amt gehoben. In der Farbsprache der Parteien ausgedrückt: Venedig bleibt eine “rote” Insel inmitten der “weiß-grünen” Region. Prompt machte der unterlegene Brunetta die mangelnde Loyalität von Lega-Anhängern für die Niederlage mitverantwortlich, was von der Lega prompt zurückgewiesen wurde; vielmehr sei wohl, was auch wahrscheinlich ist, die Weigerung des Ministers, sein Amt im Rom zugunsten Venedigs aufzugeben, ausschlaggebend gewesen.
Orsoni war es bislang gelungen, ein breites Mitte-Links-Bündnis, das von den Kommunisten bis hin zur UDC reicht – ob es, sobald die Verteilungskämpfe beginnen, auch die gesamte Legislaturperiode durchhalten wird, bleibt abzuwarten. Zum Leidwesen vieler Venezianer hat sich Orsoni bereits klar zum Bau der “sublagunare” bekannt, einer U-Bahn, die vom Flughafen über Murano bis hin zum Lido führen soll.



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