Francesco Guardi: Der Bucintoro auf der Fahrt zum Lido

Der Bucintoro oder Bucentaur - das über 40 Meter lange, vergoldete Prachtschiff, mit dem die Dogen an Maria Himmelfahr die symbolische Vermählung Venedigs mit dem Meer vollzogen - wurde nach dem Ende der Republik zuerst von Napoleons Truppen geplündert und im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts endgültig zerstört. Doch einige Fragmente haben sich erhalten. Das immer wieder ins Gespräch gebrachte Vorhaben, den Bucintoro zu rekonstruieren - es ist gar eine eigene Stiftung unter Beteiligung der Spielbank im Gespräch - stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. So meldete sich im Gazzettino vom 16. Oktober Saverio Pastor, Vorsitzender der Vereinigung Felze, in der sich Berufe rund um die Gondel zusammengeschlossen haben, zu Wort. Pastor fragt sich nicht nur, von wem und wie das Schiff zu konstruieren sei, sondern auch, wie es sich fortbewegen soll. Denn zu Zeiten der Republik setzten 168 Männer die 42 schweren Ruder in Bewegung. Statt also mit einem neuen musealen Bucintoro nur ein weiteres Foto-Objekt für Touristen zu schaffen, sollten die geschätzten 15 Millionen Euro an Baukosten den lokalen Werften zukommen, damit diese günstige traditionelle Holzboote für Venezianer produzieren könnten. Andere Wortführer plädieren hingegen für den Nachbau eines alten Handelsschiffs, etwa einer Kogge oder einer Galeone, die im Rahmen des zu errichtenden Marinemuseums im Arsenal gezeigt werden soll.

1 Kommentar to “Den Bucintoro rekonstruieren?”

  1. Motorboot Verleiher meint:

    Es wäre doch wirklich schön, wenn dieses Boot als “Flaggschiff” bei Festivitäten durch die Bucht gerudert werden würde. In einem Museeum verstauben lassen ist nicht die Bestimmung eines Schiffes. Ich glaube kaum, dass sich nicht genügend venezianische Muskelmänner finden würden, um den Bucintoro zu rudern. Damit wäre ein weiteres Highlight der Tradition und ein passendes Stück Geschichte von Venedig wieder hergestellt.

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