No-MOSE-Aktivisten besetzen Palazzo
21. November 2006
Gegen 10.30 Uhr besetzten am Montag, den 21.11., mehrere Dutzend Aktivisten den vornehmen Palast Morosini am Campo San Stefano. Man fühlt sich an die Eroberung mittealterlicher Burgen erinnert: zunächst drangen einige wenige Personen durch den Wasserzugang des weitläufigen Palastes ein und öffneten schließlich den Landzugang für die bereits wartenden Gesinnungsgenossen, die sogleich in das Gebäude, Sitz des Konsortiums Venezia Nuova, welches das unter dem Namen MOSE bekannte Schleusensystem zum Schutz gegen Hochwasser errichtet, eindrangen und die Büros okkupierten. Ohne Rücksichtnahme auf die barocke Bausubstanz wurde der Balkon hinter dem Portal zum Ausrollen der altbekannten Transparente und zur Verbreitung der üblichen Parolen hergenommen. Ein größeres Aufgebot von Carabinieri beendete die Besetzung; zahlreiche Eindringlinge mußten herausgetragen werden.
Angesichts der Tatsache, daß der Protest gegen das umstrittene Projekt MOSE immer mehr zum bloßen Vorwand für Aktivismus linksradikaler Subjekte wird, verlieren die bislang tolerierten Demonstranten an Rückhalt in Presse und Bevölkerung, zumal derzeit verstärkt eine politische Lösung des Problems gesucht wird.




Feed abonnieren
November 21st, 2006 at 17:23
Was ist aus der Sicht des Venedigblogs eigentlich gut, bzw. schlecht an dem MOSE System? Macht es Sinn? Oder wird nur Geld verpulvert? Wir überlegen, ob wir nicht einen Bericht darüber verfassen sollen.
November 25th, 2006 at 17:19
Hallo Reiseberichterstatter,
ich werde demnächst einen größeren und illustrierten Beitrag zur Funktionsweise des MOSE schreiben
Januar 20th, 2007 at 19:48
Was heißt konkret ‘politische Lösung des Problems’?
Und wer denkt?
Oktober 24th, 2007 at 18:56
Die barocke Bausubstanz wird unter einem Transparent vermutlich nicht ernsthaft Schaden nehmen. Wohl aber ist die ökologische Sinnhaftigkeit von technischen Konstrukten wie MOSE unter dem Aspekt zu erwartender klimatischer Veränderungen zu hinterfragen.
Schade dass dem Autor dazu nur naives Links-Rechts-Schachterldenken einfällt.
November 14th, 2007 at 15:28
Das problem der mose barrieren ist, daß nur bei starkem hochwasser die tore geschlossen werden ab 1.20m. unter dieser marke steigt das wasser trotzdem in die stadt und schädigt bausubstanz und macht nasse füße. besser wäre, die tiefen schiffsrinnen für luxusschiffe zu dezimieren, damit das wasser nicht so schnell in die lagune laufen kann, ebenfalls müßte die umweltschädliche petrolindustrie über das festland beliefert werden. die illegalen mülldeponieen in der lagune und die industrie verschmutzen das wasser, die abwassersysteme der stadt sind auch fragwürdig. schließt man die tore, bleibt der dreck drin.