Eine böse Überraschung gab es am Vormittag des ersten Dezember für Venezianer und ihre Gäste: Acqua alta mit 159 cm über dem normalen Niveau. Damit blieb die bisherige Rekordmarke des neuen Jahrtausends nur wenige Zentimeter unter der berühmten Flut des vorherigen Jahrhunderts. Schuld war, wie zumeist, der Scirocco-Wind, der gewaltige Wassermassen in die Hafeneinfahrten bei Punta Sabbioni und Chioggia drückte. Die noch in den Morgenstunden ausgelegten “passerelle”, Stege, welche an besonders frequentierten Stellen wie der Riva degli Schiavoni den Fußgängerverkehr erlauben sollten, wurden teilweise einfach weggespült, in jedem Falle aber unpassierbar. Ein angekündigter und bis zum Ende durchgehaltener Streik der Verkehrsbetriebe brachte die Infrastruktur vollends zum Erliegen. Erste Schätzungen gehen von Schäden bis zu zehn Millionen Euro aus, die vor allem Geschäftsleuten entstanden, die ihre Läden nicht rechtzeitig abdichten konnten. Auch der Weihnachtsmarkt auf dem Campo San Stefano war betroffen.
Verteidiger des umstrittenen, im Bau befindlichen Hochwasserschutzsystems “MOSE” sehen sich nunmehr in ihrer Haltung bestätigt und fordern die Gegner auf, ihren Widerstand aufzugeben. Selbst der amtierende Bürgermeister Cacciari, der sich bislang, nicht zuletzt mit dem Ziel des Stimmenfangs am linken Rand, in die Reihen der “NO MOSE” einordnete, scheint mittlerweile nachdenklich geworden zu sein.

2 Kommentare to ““Acqua granda”: Hochwasser am 1. Dezember”

  1. dsc meint:

    Während doch eigentlich Herr Cacciari bisher ständig gepredigt hat, dass die grosse Flut von 1966 eine totale Ausnahme sei und ohnehin nie mehr vorkommen werde… Verteilt er nun auch Krüge dagegen, wie jene zum Genuss des städtischen Trinkwassers?

    Von welchem schönen neuen Wohnort wurde das Bild gemacht, bei San Polo?

  2. Z.P. meint:

    Castello. Klein, fein und ruhig :-)

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