Museum im Palazzo Grimani eröffnet
18. Januar 2009
Ende Dezember 2008 wurde nach jahrelanger Restaurierung das Museum im Palazzo Grimani eröffnet. Der von außen unscheinbare, herbe Bau wurde bald nach der Mitte des 16. Jahrhunderts für Giovanni Grimani, Patriarchen von Acquileia, errichtet und in der Folge von den Nachkommen seines Bruders Vettor bis ins 19. Jahrhundert bewohnt. Nach dem Aussterben dieser Linie der Grimani genannt “Spago” verfiel der Palast und wurde schließlich vom italienischen Staat erworben. Die prachtvollen erhaltenen Innenausstattungen der Renaissance werden jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Allerdings handelt es sich nicht um ein Museum im klassischen Sinne, wo bald nach dem Eingangstor ein Schalter zum Erwerb von Eintrittskarten existiert: stattdessen informiert ein Aushang vor dem Portal, daß der Eintritt nur auf der offiziellen Internetseite des Palazzo Grimani gebucht werden kann. Dort wird man aufgefordert, sich für eine der verpflichtenden Führungen, welche dreimal am Tage stattfinden, anzumelden, und via Kreditkarte einen Euro als “Reservierungsgebühr” zu überweisen. Das komplizierte, in ähnlicher Form bereits an der Cappella degli Scrovegni in Padua eingesetzte System hat aber auch seine guten Seiten: durch die künstliche Nachfrageregulierung bleiben jene Touristen außen vor, auf die Venedig ohnehin lieber verzichten würde.
Anläßlich der Restaurierung ist auch eine empfehlenswerte Publikation im Verlagshaus scripta erschienen.




Feed abonnieren
März 16th, 2009 at 12:26
Donnerwetter! Wirklich ein neues Highlight…
Übrigens: Die Sache mit der Online-Reservation der Eintrittskarten mag für ein solches Angebot wirklich sinnvoll sein, weil der Besuch ohne Cicerone den meisten wohl auch nicht viel bringt. Aber die Pflicht zur vorhergehenden Anmeldung ärgert doch meistens (mich zueletzt in Rom Villa Borghese), man will ja nicht auch noch die Ferien wie den Alltag planen müssen.
Um zu verhindern, dass die unliebsame Sorte von Touristen weg bleibt, wäre es nützlicher, die Sitten des Nachtlebens einzuführen: Türsteher davor und wer nicht rein passt, bleibt draussen.