Nun ist es offiziell: nach mehr als halbjähriger Vakanz des Patriarchats von Venedig hat Papst Benedikt XVI Mons. Francesco Moraglia, bisher Bischof von La Spezia, zum Nachfolger von Angelo Kardinal Scola ernannt, der zum Erzbischof von Mailand berufen worden war. Moraglia, Jahrgang 1953, wurde 1977 in Genua durch den berühmten Erzbischof Giuseppe Kardinal Siri zum Priester geweiht und leitete seit 2007 das Bistum Spezia. Er verfolgt treu die Linie des Heiligen Vaters und ist ferner Berater der Glaubenskongregation. Gewöhnlich garantiert das die Ernennung zum Patriarchen von Venedig auch die Verleihung der Kardinalswürde – für das nächste Konsistorium am 22. Februar ist dies allerdings noch nicht vorgesehen. Erbitten wir Gottes Beistand für Mons. Moraglia in seinem neuen, schwierigen Amt!
Kleiner Mann – ganz groß
3. Februar 2010
Die Bürgermeisterwahlen Ende März werfen ihre Schatten voraus. Nachdem die bürgerliche Rechte bereits vor Wochen den Staatsminister für öffentliche Verwaltung Renato Brunetta für das Rennen aufgestellt hatte, zog am letzten Januartag die Linke nach. In einer Vorwahl setzte sich der Anwalt Giorgio Orsoni gegen den grün angehauchten Philosophen Gianfranco Bettin und die Linksaußen Laura Fincato durch. Nach Jahren der Mißwirtschaft des Massimo Cacciari, der nach seinem von vielen herbeigesehnten Ausscheiden in Mailand lehren möchte, wird es aber selbst für den sehr gemäßigten Linken Orsoni schwierig werden, denn die Stimmung ist gekippt. Und Brunetta, der gern wegen seiner Kleinwüchsigkeit gehänselt wird (auch dieser Blog konnte nicht widerstehen), legt vor: 40.000 neue Arbeitsplätze will er schaffen, ohne zu verraten wie und woher, Investitionen in Milliardenhöhe nach Venedig locken, das unselige U-Bahn-Projekt realisieren, die Chemie in Marghera endgültig schließen, und, zu guter letzt, das Das Rathaus in den Dogenpalast umziehen, wo der Stadtrat in der Sala del Maggior Consiglio tagen soll. Eine gern genutzte Angriffsfläche Brunettas ist dessen Vorhaben, gleichzeitig Minister zu bleiben und sein Groß-Venedig am Wochenende zu regieren. Das Rennen bleibt spannend …
Premio Torta 2007 vergeben
13. Oktober 2007
Am heutigen Tage wurde im Rahmen eines Festakts im Ateneo Veneto der Preis Premio Torta per il restauro di Venezia 2007 an die Universität Venedig für die Renovierung und Umnutzung der Ca Foscari und des angrenzenden Palazzo Giustinian dei Vescovi 2004-2007 vergeben und stellvertretend durch den Rektor der Hochschule Prof. Pier Francesco Ghetti entgegengenommen. Mit dem seit 1974 (zuletzt alle zwei Jahre) in Erinnerung an Ing. Pietro Torta vergebenen Preis werden Bauherren, Baumeister, Wissenschaftler und Handwerker geehrt, die sich in besonderem Maße um die Erhaltung des baulichen Erbes der Lagunenstadt verdient gemacht haben. Die Entscheidung für den diesjährigen Preisträger ist freilich auch und in hohem Maße eine politische gewesen.
Anläßlich der Preisverleihung wurde eine Broschüre herausgegeben, die in komprimierter Form die Geschichte des Palasts Foscari, seit Mitte des 19. Jh. Sitz der königlichen technischen Schule und späteren Universität, und seiner Restaurierung darstellt.
7. Oktober: Gedenken an Lepanto
7. Oktober 2007
Die Vereinigung Giovani Veneziani organisierte zum Jahrestag der Seeschlacht von Lepanto, welche 1571 mit einem Sieg der christlichen Koalition und einer Niederlage der Türken endete, eine Informations- und Gedenkveranstaltung in der Kirche Santa Maria del Giglio, wo auch Francesco Duodo, Kommandant der venezianischen Galeassen, einen Altar gestiftet hatte. Die mit den Historikern Marco Morin, Niccolò Capponi und Admiral Tiberio Moro hochkarätig besetzte Veranstaltung war gut besucht und zeugt vom ausgeprägten Geschichtsbewußtsein vieler Venezianer. Dem inzwischen weitgehend vergessenen historischen Ereignis mangelt es angesichts der fortschreitenden Islamisierung Europas freilich nicht an Tagesaktualität.
Brandstifter des “La Fenice” in Mexiko gefaßt
20. März 2007
Enrico Carella, Verursacher des verheerenden Brandes, der 1996 das berühmte und größte Opernhaus Venedigs “La Fenice” vernichtete, ist in Mexiko gefaßt worden. Der Kulturschänder sitzt in Auslieferungshaft und wird demnächst wohl seinen mehrjährigen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen antreten. Das alte, in einer Mischung aus Rokoko und Klassizismus zu Beginn des 19. Jh. errichtete Fenice aber ist unrettbar verloren – die 2003 wiedereröffnete Rekonstruktion ähnelt zwar dem Original, zeigt aber billige Detail-Lösungen und eine durch die Einbringung zusätzlicher Sitzreihen im Parkett verschlechterte Akustik.



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