Palazzo Labia zu verkaufen ?
7. Oktober 2007

Klare Nachrichten darüber fehlen bislang. Gerüchten zufolge plant der italienische Rundfunk RAI, Eigentümer des Palazzo Labia, diesen zu verkaufen, um angesichts der derzeit erzielbaren Preise kräftig Kasse zu machen. Bislang sind in dem Gebäude, zweifellos einer der prächtigsten Paläste Venedigs, Büros des Rundfunks untergebracht, die aufs Festland verlagert werden würde - eine weitere kurzsichtige Standortentscheidung zu Ungunsten der Altstadt. Unter den bekannt gewordenen Interessenten ist angeblich auch der achtzigjährige Mailänder Industrielle Angelo Guido Terruzzi, der beim Tauziehen um den Palazzo Grassi den kürzeren gezogen hatte. In der Tat gäbe es wohl keinen geeigneteren Ort als den Palazzo Labia, um Terruzzis Sammlung barocker Malerei zu beherbergen - und damit gleichzeitig eines der Hauptwerke Giovanni Battista Tiepolos, den Freskenzyklus der Geschichte Antonios und Kleopatras im Ballsaal des Palasts, einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen.
Steinschlag am Dogenpalast
1. Oktober 2007

Wohl durch die Unwetter der vergangenen Tage hat sich am Dogenpalast ein mehrere Kilogramm schwerer Stein, genauer ein Teil der Bogenlaibung eines der Fenster der Sala del Maggior Consiglio, gelöst und fiel herunter. Es handelt sich nicht um einen “Marmorblock”, wie in anderen Medien behauptet wird, sondern um istrischen Kalkstein. Durch Splitter, die beim Aufprall auf den Markusplatz entstanden, wurde ein deutscher Tourist verletzt. Das Fenster wurde provisorisch gesichert und die Stelle weiträumig abgesperrt.
Kopie der “Hochzeit von Kanaa” von Paolo Veronese enthüllt
12. September 2007

Am 11. September 2007 wurde auf der Insel San Giorgio Maggiore, Sitz der Fondazione Cini, eine perfekte Kopie der “Hochzeit von Kanaa” des Renaissancemalers Paolo Caliari, genannt Veronese (1528-1588), enthüllt. Ursprünglich befand sich das Gemälde an der Stirnwand des Refektoriums des Benediktinerklosters San Giorgio, wurde aber im Rahmen der umfassenden Plünderung Venedigs durch Napoleon nach Paris verbracht. Im dortigen Louvre hängt es heute gegenüber der Mona Lisa. Da eine Restitution des 1563 vollendeten Gemäldes, das die Wandlung von Wasser zu Wein eher als Nebenhandlung inmitten einer prachtvollen Renaissanearchitektur zeigt, zwar seit Jahren immer wieder angeregt wurde, aber letztlich freilich scheiterte, entschloß sich die Stiftung Cini, bei Factum Arte, einem auf Kopien von Kunstwerken spezialisierten Unternehmen, eine perfekte Reproduktion im Maßstab 1:1 in Auftrag zu geben. Diese entstand unter enornem technischen Aufwand ab Ende 2006 zunächst durch Aufnahme des 9,90 x 6,69 m großen Originals mittels modernster digitaler Technik (Einsatz der digitalen 22-Megapixel Mittelformat-Rückwand Phase One H25). Die nach Bearbeitung gedruckten Kacheln wurden auf einen Leinwandträger übertragen, der die Oberfläche des Originals exakt nachahmt. In der Tat ist die unter viel Applaus begrüßte und am ursprüglichen Hängeort des von Andrea Palladio geschaffenen Raums angebrachte Kopie in technischer Hinsicht hervorragend gelungen. Die im Vorfeld vieldiskutierte “Aura” des Kunstwerks konnte der Verfasser allerdings nicht wahrnehmen.
Informationen in englischer Sprache: A facsimile of the Wedding at Cana by Paolo Veronese
Restaurierung der Salute-Kirche hat begonnen
20. März 2007

Baugerüst an der Kirche Santa Maria della Salute
Die mächtige Kuppel von Santa Maria della Salute am Eingang zum Canal Grande ist eines der Wahrzeichen Venedigs. Die im 17. Jahrhundert zum Dank an die Erlösung von einer Pestepidemie vom unbestrittenen Meister der venezianischen Barockarchitektur, dem Architekten Baldassare Longhena, erbaute Kirche leidet seit einiger Zeit an undichten Stellen in der Kuppel. Das in den letzten Wochen errichtete Gerüst, an sich schon ein Kunstwerk, ist fertig. Die rund zwei Millionen Euro teure Sanierungsmaßnahme der Holzkonstruktion, welche von Professor Mario Piana, einer der wenigen Koryphäen der venezianischen Denkmalpflege, geleitet wird, hat vor wenigen Tagen begonnen. Piana hat zudem vor kurzem eine hochinteressante Publikation zur Kirche vorgelegt. Der Venedig-Blog ist daher von einem guten Gelingen der Baumaßnahmen fest überzeugt.
Neuigkeiten von der Dogana
2. Februar 2007
Die Kommission zur künftigen Nutzung der Dogana da Mar (wir berichteten) hat vor gut einer Woche gesprochen, aber nicht entschieden. Denn die beiden Bewerber, Palazzo Grassi mit dem Architekten Tadao Ando und Guggenheim mit Zaha Hadid haben nach dem Urteil der Kommission geichermaßen 95 von 100 Punkten in der Bewertung erhalten. Der nach der Bekanntgabe wiederholte Wunsch zahlreicher Kommunalpolitiker, die beiden anerkannten Institutionen sollten kooperieren, da sie jeweils unterschiedliche Bereiche der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts abdecken (Guggenheim: “moderne” Kunst/Palazzo Grassi-Pinault: “zeitgenössische” Kunst), wird nicht in Erfüllung gehen. Am 29. Januar erteilte der Direktor des Palazzo Grassi, Jean-Jacques Aillagon, mit der Begrüdung “Dalla Guggenheim ufficialmente non abbiamo ricevuto alcuna offerta di collaborazione, ma obiettivamente è difficile mettere insieme due grandi realtà come le nostre” eine Absage. Eine baldige Lösung der seit Jahren virulenten Nutzungsfrage ist damit ausgeschlossen.
Quelle: Gazzettino vom 30.01.2007




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