Olympia Venedig 2020
12. Oktober 2009
Die Nachricht platzte wie eine Bombe: Venedig will für die Austragung der olympischen Spiele 2020 kandidieren und will hierfür im innernationalen Wettbewerb gegen Rom antreten. Allenthalben ist von einer Jahrhundertgelegenheit (nur für wen?) die Rede; eine Olympiade sei, so andere, eine noch zehnmal größere Chance (für was?) als eine Weltausstellung, die vor einigen Jahren, zum Glück für die Stadt, nicht stattfand. Und welches Venedig eigentlich? Das, was inzwischen ausnahmslos und fälschlicherweise als centro storico, zu deutsch Altstadt beschrieben wird, sollte aus naheliegenden Gründen eigentlich ausscheiden. Das allfällige olympische Dorf würde nur im industriellen Niemandsland der grauen Städte Mestre und Marghera entstehen können, und der Name der einst großen, heute von Spekulation und tausenden Tagestouristen gebeutelten Lagunenstadt wird als Etikett herhalten müssen. Doch wie soll das unter den Faschisten entstandene Groß-Venedig mit einer Olympiade fertig werden, wenn es nicht einmal den überbordenden Tourismus zu verdauen vermag? Der Enthusiasmus ist groß ebenso wie das Projekt selbst nebulös; Gegner sind bisher nicht auszumachen. Der Venedig-Blog jedenfalls drückt Rom beide Daumen.
Isola della Grazia so gut wie verkauft
20. März 2007
Im Rahmen einer Immobilientransaktion ging im Jahre 1995 die südlich der Giudecca gelegene Isola della Grazia, bis vor acht Jahren Sitz eines Krankenhauses, von der Region Veneto an die ULSS 12 (eine Art Holding für Einrichtungen des Gesundheitswesens) über. Letzere versteigert nun die Insel. Höchstbieterin ist war bislang die Unternehmerin Giovanna Stefanel aus Treviso, doch Lino Cazzavillan, Eigentümer einer Hotelkette (o Wunder!) erhöhte auf zehn Millionen. Auf dem rund 38000 Quadratmeter großen Eiland befinden sich Gebäude mit 28000 Kubikmetern Raumumfang, die teilweise erhalten und – naturgemäß – in ein Hotel umgebaut werden. La Grazia wird damit das Schicksal der Insel San Clemente, seit einigen Jahren ein Luxushotel, teilen.
Partnerschaft mit Chongqing
19. September 2006
In der Präfektur Ca’Corner wurde am 18. September eine Partnerschaft der Region Veneto mit der Agglomeration Chongqing unter Dach und Fach gebracht, die Kooperationen auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet beinhaltet. Chongquing umfaßt 31 Millionen Einwohner und ist eines der beudetendsten Wirtschaftszentren der Volksrepublik.
Gleichzeitig wird gemeldet, daß vor wenigen Tagen durch den Zoll des Flughafens eine große Menge arsenhaltiges, gefälschtes Murano-Glas aus China beschlagnahmt wurde. Die gefälschten Produkte müssen jetzt fachgerecht entsorgt werden.
Weiter freie Fahrt für dicke Pötte
12. September 2006
Hoteliers und Taxibootfahrer werden es gerne hören: Bürgermeister Massimo Cacciari und der Chef der Hafenverwaltung Giancarlo Zacchello haben vertraglich vereinbart, daß auch weiterhin große Passagierschiffe das Bacino di San Marco passieren dürfen. Dies war wiederholt in die Kritik geraten, denn außer Kindern und einigen Tagestouristen findet es niemand in Venedig sonderlich lustig, wenn sich schwimmende Hochhäuser mitten durch die Stadt wälzen. Erst am 8. September war das 294 Meter lange Kreuzfahrtschiff “Norwegian Jewel” an der Riva degli Schiavoni vor Anker gegangen und ließ den Dogenpalast und San Giorgio wie Spielzeug aussehen. Dabei hatte Cacciari Anfang des Jahres noch verlautbart, “le grandi navi a Venezia sono clamorosamente fuori scala” (Gazzettino, 12.09.2006). Abgesegnet wurde auch der Bau einer Garage bei der Stazione Marittima – San Basilio. Ferner soll die Fahrrinne für Handelsschiffe auf 9,75m vertieft werden.




Feed abonnieren