Mord bei den Giardini
28. September 2006
Bislang waren die sogenannten venditori ambulanti - Ausländer, die sich illegal in Italien befinden und gefälschte Waren verkaufen - vor allem durch Wirtschafts- und Drogendelikte bekannt. Seit gestern aber hat die importierte Kriminalität eine andere Qualität: Bei den Giardini, wo derzeit die Architekturbiennale stattfindet, erstach am hellichten Tage ein Chinese einen Landsmann und Konkurrenten. Der Mörder flüchtete und konnte erst nach mehreren hundert Metern in einer Bar am Campo Santa Maria Formosa gestellt werden. Noch bei seiner Festnahme verletzte er drei Polizisten, die im Krankenhaus behandelt werden mußten.
Freilich meldeten sich sogleich Politiker zu Wort, die jetzt ein rigideres Vorgehen gegen die omnipräsenten Verkäufer von gefälschten Markenartikeln aus dem Luxusbereich wie Taschen oder Rolex-Uhren fordern. Doch hat erst die Laisser-faire-Politik der letzten Jahre hat zu einem ungehinderten Ausbreiten dieser Mafia in Venedig geführt. Der Venedig-Blog geht nicht davon aus, daß sich in absehbarer Zeit etwas ändern wird.
Architekturbiennale Venedig 2006 eröffnet
11. September 2006
Am Sonntag, den 10. September 2006, wurde die Architekturbiennale, diesmal unter dem Kurator Richard Burdett, um 10 Uhr in den Giardini und im Arsenal eröffnet. Anwesend waren auch Bürgermeister Massimo Cacciari und der Präsident der Biennale, Davide Croff. Die Biennale öffnet ihre Pforten vom 10. September bis 19. November. Wie jedes Jahr ist der Titel, diesmal “Città, Architettura e società”, so allgemein und tautologisch gehalten, daß man alles präsentieren kann.
Die Berliner Architekten Armand Grüntuch und Almut Ernst zeichnen diesmal für den deutschen Beitrag “Convertible City - Formen der Verdichtung und Entgrenzung” verantwortlich und beschreiben ihn folgendermaßen:
Die Ausstellung präsentiert Projekte, die in ihrem Selbstverständnis den Anforderungen einer sich verändernden Gesellschaft und Kulturlandschaft durch Umnutzung, Wandel und Neubespielung gerecht werden.
Es werden realisierte sowie nicht realisierte Arbeiten von bekannten und weniger bekannten Architekten, Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Künstlern vorgestellt. Die Projekte zeigen neue Chancen in der Architektur durch flexibles Denken und Konzepte der Nachhaltigkeit. Sie geben den Ausstellungsbesuchern einen Einblick in die Vielfalt kreativen Schaffens im urbanen Raum in Deutschland.
Auch bei einer Podiumsdiskussion (u.a. mit Matthias Sauerbruch) zum Thema “Stadt-Ikone” am 09. September in den Räumlichkeiten des Deutschen Studienzentrums in Venedig wurde mit Worthülsen ähnlich scharf geschossen.




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