Tizians Spätwerk in der Accademia
16. März 2008

Die Gallerie dell’Accademia, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Italiens, huldigen dem Spätwerk des Malerfürsten Tizian derzeit mit einer Ausstellung. Die im Obergeschoß der ehemaligen Kirche der Carità gezeigten Bilder sind fast ausschließlich von höchster Qualität, die Ausstellungarchitektur, abgesehen von der Hängung der “Hl. Margarethe mit dem Drachen” und der Hintergrundfarbe der Wände, weitgehend gelungen und die Ausleuchtung der Werke durchweg effektiv. Vertreten sind unter anderem die Portraits von Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen (1555), Paul III Farnese aus dem Museum Capodimonte Neapel (siehe Bild), die Allegorie der Lebensalter, die hervorragende Schindung des Marsyas aus dem Bischofspalast Kroměříž und das Ecce Homo aus St. Louis.
Die sehr empfehlenswerte Ausstellung kann noch bis 20. April besucht werden. Der Eintritt kostet 10 Euro. Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Ausstellung Ultimo Tiziano.
Kopie der “Hochzeit von Kanaa” von Paolo Veronese enthüllt
12. September 2007

Am 11. September 2007 wurde auf der Insel San Giorgio Maggiore, Sitz der Fondazione Cini, eine perfekte Kopie der “Hochzeit von Kanaa” des Renaissancemalers Paolo Caliari, genannt Veronese (1528-1588), enthüllt. Ursprünglich befand sich das Gemälde an der Stirnwand des Refektoriums des Benediktinerklosters San Giorgio, wurde aber im Rahmen der umfassenden Plünderung Venedigs durch Napoleon nach Paris verbracht. Im dortigen Louvre hängt es heute gegenüber der Mona Lisa. Da eine Restitution des 1563 vollendeten Gemäldes, das die Wandlung von Wasser zu Wein eher als Nebenhandlung inmitten einer prachtvollen Renaissanearchitektur zeigt, zwar seit Jahren immer wieder angeregt wurde, aber letztlich freilich scheiterte, entschloß sich die Stiftung Cini, bei Factum Arte, einem auf Kopien von Kunstwerken spezialisierten Unternehmen, eine perfekte Reproduktion im Maßstab 1:1 in Auftrag zu geben. Diese entstand unter enornem technischen Aufwand ab Ende 2006 zunächst durch Aufnahme des 9,90 x 6,69 m großen Originals mittels modernster digitaler Technik (Einsatz der digitalen 22-Megapixel Mittelformat-Rückwand Phase One H25). Die nach Bearbeitung gedruckten Kacheln wurden auf einen Leinwandträger übertragen, der die Oberfläche des Originals exakt nachahmt. In der Tat ist die unter viel Applaus begrüßte und am ursprüglichen Hängeort des von Andrea Palladio geschaffenen Raums angebrachte Kopie in technischer Hinsicht hervorragend gelungen. Die im Vorfeld vieldiskutierte “Aura” des Kunstwerks konnte der Verfasser allerdings nicht wahrnehmen.
Informationen in englischer Sprache: A facsimile of the Wedding at Cana by Paolo Veronese
Drei Bilder von Tintoretto werden im Prado gezeigt
20. Januar 2007

J. Robusti, gen. Tintoretto: Abendmahl, 1566. Venedig, San Trovaso
Am Ende nützte die Intervention der venezianischen Denkmalbehörde nichts: Auf politischen Druck Spaniens gab das Kultusministerium in Rom höchstselbst dem Ersuchen des Museo del Prado nach, für eine Ausstellung vom 30. Januar bis zum 13. Mai drei Versionen von Jacopo Tintorettos Letztem Abendmahl nach Madrid auszuleihen. Es handelt sich um die Bilder in den Kirchen San Giorgio Maggiore, San Marcuola und San Trovaso. Während das Bild in erstgenannter Kirche Eigentum des italienischen Staates ist, gehören die beiden andern Bilder der Kurie. Die oft unglückliche Leiterin der Denkmalbehörde, Renata Codello, hatte zurecht konservatorische Gründe für ihr nunmehr nichtiges Ausfuhrverbot geltend gemacht: die teils erstmalige Entfernung aus den Mikroklimata der venezianischen Kirchen und der Transport könnten den großformatigen Bildern schwer schaden. Zudem werden die Bilder von spanischen Restauratoren “bearbeitet” werden, ohne daß die Langzeitfolgen der Behandlung absehbar sind.




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