Einsturzgefahr am Dogenpalast
28. Oktober 2007

Vom Palazzo Comunale oder vulgo Dogenpalast, der erst kürzlich wegen eines heruntergefallenen Bogenstücks für unangenehme Schlagzeilen und erheblichen Rechtfertigungsdruck bei der Denkmalpflegebehörde gesorgt hatte, gibt es neue Hiobsbotschaften zu vermelden. Nach einer Untersuchung, welche von oben abgeseilte Experten an der Ostfassade durchgeführt hatten, wurde der angrenzende Kanal zur Hälfte für den Bootsverkehr gesperrt (siehe Foto), da weite Teile der Steinverkleidung herunterfallen können. Der womöglich vom Architekten Mauro Codussi errichtete Osttrakt des Dogenpalasts ist der jüngste Bauteil des Komplexes und birgt unter anderem die Dogenwohnung und den Saal des Senats. Die vollständig mit istrischem Kalkstein, Marmor und geringegen Mengen von Porphyr und Serpentin verkleidete Fassade wurde, im Gegensatz zu den gotischen Schauseiten zur Lagune und zur Piazzetta, noch nie einer gründlichen Sanierung unterzogen. Hierfür hat, wie nicht anders zu erwarten war, die chronisch klamme Stadtverwaltung keine Mittel und kann nur zweihundertfünftigtausend Euro für die Errichtung eines Gerüsts zur Verfügung stellen. Der Venedig Blog geht von einem notwendigem achtstelligen Betrag aus - ungefähr soviel, wie die nutzlose vierte Brücke über den Canal Grande kostete.
Steinschlag am Dogenpalast
1. Oktober 2007

Wohl durch die Unwetter der vergangenen Tage hat sich am Dogenpalast ein mehrere Kilogramm schwerer Stein, genauer ein Teil der Bogenlaibung eines der Fenster der Sala del Maggior Consiglio, gelöst und fiel herunter. Es handelt sich nicht um einen “Marmorblock”, wie in anderen Medien behauptet wird, sondern um istrischen Kalkstein. Durch Splitter, die beim Aufprall auf den Markusplatz entstanden, wurde ein deutscher Tourist verletzt. Das Fenster wurde provisorisch gesichert und die Stelle weiträumig abgesperrt.
Autonome besetzen den Dogenpalast
8. November 2006
Autonome nutzten eine Tagung des Arbeitsministers und anderer hochrangiger Politiker im Dogenpalast am 03 November aus, um sich in der überregionalen Pressen zu placieren. Während der Mittagspause drangen rund vierzig, später achtzig der euphemistisch als disobbedienti beizeichneten Personen unter der Führung von Luca Casarini in den Palazzo Comunale ein und zwangen die Politiker zur Verlagerung ihrer Aktivitäten in das Rathaus Ca’Farsetti. Glücklicherweise erlitt die Innendekoration keinen Schaden. Der Direktor der städtischen Museen, Giandomenico Romanelli, fordert nun, daß die Benutzung musealer Einrichtungen für derartige Veranstaltungen ein Ende haben müsse, gingen doch auch erhebliche Einnahmen aus Eintrittsgeldern verloren, ohne daß dies adäquat kompensiert werde.
Wasserschaden im Dogenpalast
21. Oktober 2006
Durch einen Defekt der Sprinkleranlage, die als Brandschutzmaßnahme im Dogenpalast installiert ist, wurden zwei der bedeutendsten Säle des ehemaligen Regierungssitzes der Republik Venedig, darunter die Sala del Maggior Consiglio (Saal des Großen Rates) und die Sala del Scrutinio, leicht beschädigt. Betroffen sind die Holzdecken des 16. Jahrhunderts sowie acht Gemälde aus derselben Zeit, u.a. von Giulio Licinio. Die Räume wurden vorübergehend zur Reparatur der Anlage gesperrt.
(Meldung im Gazzettino vom 21.10.)




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