biglietteria elettronica

Ein Musterbeispiel alla veneziana, wie die Stadt doch noch zur Moderne aufschließen kann, lieferte jetzt die Verkehrsgesellschaft ACTV. Im Jahre 2009, immerhin, hat sie es geschafft, eine Handvoll elektronischer Fahrkartenautomaten aufzustellen, von denen einige mittlerweile wieder außer Betrieb, aber mit einem Schild “next opening” ausgestattet sind. Die Bedienbarkeit ohne berührungsempfindlichen Bildschirm und mit seitlich angeordneten, schwergängigen Tasten läßt sehr zu wünschen übrig; die in der Maschine enthaltenen Billets sind offenbar schnell aufgebraucht und werden selten nachgefüllt. Inhaber der carta venezia konnten keine Abonnements aufladen, wenn auf der Chipkarte noch Einzelfahrkarten vorhanden waren. Dementsprechend konnten die sicher teuren Geräte an Stoßtagen nichts zur Verkürzung der Warteschlagen vor normalen Verkaufsschaltern, die auch künftig nicht obsolet werden dürften, beitragen


Die neue Haltestelle San Felice, an der nur das Vaporetto Linie 3 hält.

Wie berichtet, verkehrt seit Ende Januar eine neue Vaporettolinie, die nur für Inhaber der Cartavenezia oder Abonnenten reserviert ist. Zeit, um nach einem Monat Betrieb eine vorläufige Bilanz zu ziehen. Änderungen ergeben sich bei den Haltestellen: Während die Linie 1 nach wie vor bei der Ca’ d’Oro hält, legt die Linie 3 nur bei San Felice an. Am Rialto wurden die Haltestellen für die Linien 1 und 2 (vormals 82) zusammengelegt, die Linie 3 hält vor dem Palazzo Bembo. In der Regel fordert das Personal zum Vorzeigen der Cartavenezia nebst Fahrkarte auf, und dies selbst bei Personengruppen wie fliegenden schwarzen Händlern, die sonst nie kontrolliert werden. Verirtte Touristen werden freundlich, aber mit Nachdruck aufgeklärt und vom Betreten der Boote abgehalten. Nach anfänglich geringer Auslastung benutzen die Venezianer die Linie 3 jetzt vermehrt. Dennoch sind, abgesehen von Stoßzeiten, kaum mehr als zwei Dutzend Fahrgäste auf den Booten anzutreffen. Da die Linie 3 nur alle 20 Minuten verkehrt, nehmen viele nach wie vor die Linie 1. Hauptkritikpunkt ist das bisherige Ende der Linie an der Haltestelle San Marco Vallaresso, so daß Bewohner des gesamten Sestiere Castello und des Lido von der neuen Linie nicht profitieren können. Dies soll sich einigen Presseberichten zufolge jedoch in absehbarer Zeit ändern.

Neue Vaporetto-Preise

4. Januar 2008

Entgegen Aussagen des Bürgermeisters Massimo Cacciari, der noch kürzlich verbesserte Dienstleistungen, keinesfalls aber höhere Tarife für die Einwohner versprochen hatte, genehmigte der Stadtrat am 21. Dezember neue Preise für die Vaporetti. Wann sie allerdings in Kraft treten, ist noch nicht klar. Mit der Erhöhung sollen zusätzliche Kosten, die u.a. durch die für 21. Januar angesetzte Einführung einer Vaporetto-Linie für Venezianer entstehen, kompensiert werden. Einzelfahrkarten für Inhaber der Carta Venezia kosten nun € 1.10 statt €1.00. Die Streifenkarte “Carnet di 10″ verteuert sich auf jetzt 10 €. Auch die Monatskarten sollen bald teuerer werden. Für die touristische Fahrkarten ergeben sich folgende neue Preise:

Fahrkarte Bisheriger Tarif Neuer Tarif
Einzelfahrkarte 1 Stunde 6.00 6.50
12 Stunden 13.00 14.00
24 Stunden 15.00 16.00
36 Stunden 20.00 21.00
48 Stunden 25.00 26.00
72 Stunden 30.00 31.00
Studenten-/ Seniorengruppen 3.00 4.00

Quelle: Gazzettino vom 04.01.2008

Für Anfang nächsten Jahres ist eine kleine Revolution im Nahverkehr der Altstadt vorgesehen: zusätzlich zu den bisherigen Linien 1 und 82 (künftig Linie 2), die auf dem Canal Grande verkehren, soll eine neue Linie 3 eingeführt werden, die ausschließlich Venezianern vorbehalten sein soll. Um zu verhindern, daß die neue Linie von Touristen und deren Koffern verstopft wird, sollen die wichtigsten Haltestellen umstrukturiert und mit separaten Zugängen ausgestattet werden. Technisch wird dies wohl über die neuen Chipkarten imob, Nachfolger der Carta Venezia, erfolgen. Da die Nerven der Bevölkerung ob der faktisch unhaltbaren Zustände auf den Vaporetti zu Stoßzeiten ohnehin seit längerem blank liegen, wurde die Ankündigung allgemein sehr begrüßt. Für die neuen Linie werden auch neue Boote erworben und insgesamt 56 Mann Personal (Kapitäne und Matrosen) eingestellt werden.

Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, daß die bisherige Haltestelle Ca d’Oro angesichts von Schäden an den Fundamenten des Palasts um einige hundert Meter nach San Felice verschoben wird. Grund für die Schäden, so das Denkmalamt, seien die Manöver der Vaporetti und die dadurch verursachten erheblichen Turbulenzen unter Wasser.

Neue Vaporetto-Haltestelle

2. Februar 2007

Seit dem 01. Februar ist eine neue Haltestelle mit dem Namen “Mercato di Rialto” an der Erbaria am Rialto-Markt in Betrieb und sorgte für zahlreiche Schaulustige. Die Anwohner sehen die Neuerung, die besonders für die zahlreichen älteren Mitbürger eine Erleichterung darstellt, durchaus positiv. Die Gondolieri, welche das Traghetto zwischen Santa Sofia und dem Fischmarkt betreiben, klagten hingegen bereits am ersten Tag über halbierte Fahrgastzahlen und Einnahmen. Zudem führte die Anlegestelle zu Unregelmäßigkeiten im Fahrplan der Linie 1 und dadurch zu Verstopfungen, die, ähnlich wie bisweilen bei San Tomà, das Navigieren für die Gondolieri erschwerten.
Mit dem ersten Februar wurde auch der Vaporetto-Tarif für Touristen von fünf auf sechs Euro erhöht.